FDP Rhein-Sieg
Kreisverband
Kreistagsfraktion
Ortsverbände
Wahlen 2009

 

12. 07. 2010
Kein Quarzkiesabbau vor der Haustüre


Die FDP-Fraktion im Regionalrat Köln stimmte am 3.Juli 2010 geschlossen gegen den neuesten Schwenk der Bezirksregierung Köln, eine Konzentrationszone für den Abbau hochreinen weißen Quarzkieses in der unmittelbaren Nähe von Swisttal-Buschhoven und Alfter-Witterschlick zu bestimmen. Die Liberalen blieben mit ihrer Unterstützung der energischen Bürgerproteste in diesen Wohngebieten aber allein. CDU, SPD und Grüne befürworteten eine Konzeption der Regionalplaner, alle Standorte für den Quarzkiesabbau in der Ville erneut zu untersuchen. Das Konzept hat das Ziel, die vorhandenen Nass-Abbaugebiete Flerzheim-Nord um 10 ha und Witterschlick-Süd um 17 ha zu erweitern. Hier sollen in den nächsten 25 Jahren je 230.000 Tonnen des Rohstoffs Quarzkies gewonnen werden können.

Die Liberalen sehen nicht nur die erheblichen Eingriffe in die Natur und das hier vorhandenen Naherholungsgebiet, sondern auch das Problem der Öffnung von zusätzlichen Grundwasserflächen („Nassabbau“) und die Nähe der Kieslöcher zur nächsten Bebauung. Sie soll nur noch 500 m betragen. Rudolf Finke, Fraktionschef der Liberalen im Regionalrat erklärt dazu: „Diese Probleme hätte es nicht gegeben, wenn der Regierungspräsident bei der ersten Planung geblieben wäre, die 2006 vom Regionalrat beschlossen worden war. Sie sah ein Konzentrationsgebiet für weißen Quarzkies auf dem Gebiet der Grube bei Weilerswist-Nord im Kreis Euskirchen vor. An diesem richtigen Beschluss halten wir fest.“

Bei Weilerswist Nord wäre die Ausweisung einer Konzentrationsfläche als Erweiterung mit hoher Wirtschaftlichkeit möglich. Hier wird oberhalb der Grundwasserfläche („trocken“) abgebaut, Der Abstand zur Wohnbebauung ist über 1000 m, der Waldbestand nicht von allzu hohem Wert. Er könnte mit Aufforstung auf angrenzenden Gebieten ausgeglichen werden. Die vorhandene seltene Fledermausart könnte wenige Meter umgesiedelt werden. Das Kiesunternehmen hat seinen Abbauantrag so verändert, dass zunächst befürchtete Konflikte mit einer Festsetzung nach den Bestimmungen Flora, Fauna, Ökologische Vielfalt (FFH) nicht mehr entstehen.

Allerdings liegt auf dem in Frage kommenden Areal von ca.10 Ha die Bestimmung als Naturschutzgebiet. (NG). Das veranlasst die Obere Landschaftbehörde, ein Dezernat der Bezirksregierung, die Nutzung für den Abbau von Quarzkies strikt abzulehnen. Dieser Ablehnung folgen alle Fraktionen im Regionalrat Köln außer der FDP. Finke: „Die Abbaunutzung in dem Naturschutzgebiet bei Weilerswist-Nord kann nach dem Bundesnaturschutzgesetz ausnahmsweise genehmigt werden, wenn ein „zwingendes öffentliches Interesse“ vorliegt und keine Alternativen gegeben sind. Beide Voraussetzungen sehen wir erfüllt. Das „zwingende öffentliche Interesse“ sind übrigens nicht die Kiesunternehmen, sondern die „Landesplanerische Rohstoffsicherung“ für den Rophstoff Quarzkies, der in der hochreinen Form in Deutschland nur in der Ville vorkommt.“

Für die Bezirksregierung Köln sind die Abbaugebiete Witterschlick-Süd und Flerzheim-Nord brauchbare Alternativen, weshalb eine Ausnahmegenehmigung im Naturschutzgebiet Weilerswist nicht in Betracht kommen könne. Für die Liberalen „sind die Abbauorte Witterschlick-Süd und Flerzheim-Nord aus den beschriebenen Gründen aber keine Alternativen. Eine Ausnahmegenehmigung für Weilerswist müsste also erteilt werden können. Nach Landesplanungsgesetz entscheidet darüber der Regionalrat, nicht der RP“, so Finke.

Finke wies in der Sitzung darauf hin dass der Regionalrat nach Landeplanungsgesetz das Recht habe, die sachlichen und verfahrensmäßigen Entscheidungen zur Erarbeitung ( bzw. Änderung) des Regionalplans zu treffen. „Die Regionalplanungsbehörde, also der RP, ist an die Weisungen des Regionalrats gebunden. Wenn der Regionalrat keine Alternativen für den Quarzkiesabbau zu Weilerswist-Nord erkennt, muss er die Ausnahmegenehmigung erteilen.“

Das am 3.7.2010 mit Stimmen von CDU, SPD und Grünen beschlossene „Regionalplanerische Konzept“ der Bezirksregierung soll den eigentlich erforderlichen Erarbeitungsbeschluss für ein Änderungsverfahren des Regionalplans (voraussichtlich im Oktober 2010) nicht ersetzen, sondern lediglich vorbereiten. Damit soll das nötige Anhörungsverfahren in Gang gesetzt werden. Während nun CDU, SPD und Grüne argumentieren, ihre Entscheidung für ein bestimmtes Abbaugebiet für den weißen Quarzkies sei bis Oktober noch „offen“, verweist die FDP darauf, dass das RP-Konzept nicht ergebnisoffen angelegt sei, sondern mit seiner Begründung im Detail eine ganz bestimmte Zielrichtung verfolge. Nämlich Witterschlick und Buschhoven (Flerzheim-Nord). Das lehne die FDP ab.

Karl-Heinz Lamberty, Kreistagsfraktionschef der FDP Rhein-Sieg äußerte sich zufrieden mit der Position der Liberalen im Regionalrat: „Unser Parteifreund Rudolf Finke und seine Fraktion haben im Sinne der Menschen und der Natur die richtige Entscheidung getroffen, indem sie den Quarzkiesabbau in Weilerswist Nord konzentrieren wollten. Nun müssen wir gemeinsam mit den Landschaftsschutzverbänden den nötigen Durck aufbauen, um SPD, Grüne und CDU auch auf diese Position einzuschwören.“



« zurück zur vorherigen Seite

 


Seite drucken

[zurück] - [zur Favoritenliste] - [Kontakt] - [Impressum] - [Sitemap]

© 1996-2009 Tako

Veranstaltungen der Liberalen im Rhein-Sieg-Kreis

Gäste sind herzlich willkommen!


19/09 2010 -
Liberale Woche im Rhein-Sieg-Kreis


Ankündigung

Liberale Woche

vom 19. bis 26. September 2010


Dr. Gerhard Papke MdL



Vorsitzender des FDP-Verbands Rhein-Sieg und Vorsitzender der
FDP-Landtagsfraktion NRW


Dr. Karl-Heinz Lamberty



Fraktionsvorsitzender
im Kreistag

Wollen Sie uns unterstützen?

Wenn Sie die Arbeit der FDP im Rhein-Sieg-Kreis auch finanziell unterstützen möchten, können Sie Ihre Spende auf folgendes Konto der FDP Rhein-Sieg überweisen:

Kto.-Nr. 1019942

BLZ 370 502 99 bei Kreissparkasse Siegburg


Mitglied werden

Jetzt beitreten und Politik im Rhein-Sieg-Kreis mitgestalten!


Liberale Frauen

Die FDP muss weiblicher werden!




Dr. Silvana Koch-Mehrin MdEP